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  • Absolut Anna

Wie alles beginnt...

Aktualisiert: 5. Nov 2019

Mit Kind verändert sich alles. ALLES! Diese Kommentare habe ich früher immer gehasst. Fast schon süffisant belächelt. Heute, mit fast 35 Jahren, als Mutter eines fast 3-jährigen Sohnes, kann ich sagen: Sie hatten SO Recht. Das Leben hat sich innerhalb einer Sekunde um 360° gedreht. Mit dem ersten Schrei hat unser Sohn unseren Lebensmittelpunkt komplett an sich gezogen. Sein Schrei hat sich in unser Herz gebrannt und unsere Seelen in seinen Bann gezogen. Wenn ich früher immer dachte, dass bedingungslose, grenzenlose Liebe nur eine Floskel für hoffnungslos Verliebte sein, so weiß ich heute, dass Sie existiert. Die Liebe einer Mutter zu Ihrem Sohn IST grenzenlos. Bedingungslos. Tiefgründig.

Sie beflügelt und Sie treibt uns über alle Grenzen, die wir einmal als definiert angesehen haben UND sie lässt uns vergessen. Den Schmerz der Geburt. Die Tränen der Erschöpfung, die Schreie der Angst vor dem Unbekannten.

Unsere sekundären Bedürfnisse treten in den Hintergrund. Schlaf, geregelte Mahlzeiten, ausgiebige Schaumbäder sind plötzlich trivial und fast schon Fremdworte. Nur fahle Erinnerungen, wie aus einem früheren Leben. Und wir hören zu einem minimalen Stück weit auf als Individuen zu existieren. Denn jetzt sind wir Mamas.

Die Geburt von Bastian war der Anfang unendlicher Liebe und einer vorher nie gekannten Erfüllung. Aber ich bin ehrlich, sie war auch das Ende meiner Eigenständigkeit.

Wie habe ich es früher geliebt freitagmittags nach dem Geschäft einen spontanen Stadtbummel einzulegen oder an einem verregneten Sonntag meinen Kleiderschrank in stundenlanger Akribie auszumisten und nach Farben und Anlass zu sortieren... Schnee von gestern. Heute muss ich mich selbst für einen Arzttermin, der außerhalb meiner Arbeitszeiten liegt, mit Mann, Mama oder Schwiegermama abstimmen. Spontane Entscheidungen sind nahezu unmöglich, die in Zusammenhang mit dem Begriff "Zeit für mich" stehen.

Jedes Mal wenn ich mit meinem Mann darüber spreche, rät er mir: "Mach doch mal was für Dich!" Wenn das so einfach wäre, würde ich das ja auch tun. Aber ist es das? Nein. Was ist schon einfach? Denn immerhin gibt es da noch die kleine, aber entscheidende Instanz namens Gewissen. So habe ich schon unzählige Abende geplant, an denen ich direkt nach der Arbeit ins Sportstudio fahren, um mich dort dem Projekt "After-Baby-Body" anzunehmen.

Doch nach einem 8 Stunden Arbeitstag und einem Tag an dem mein kleiner Junge 8 Stunden bei der Tagesmama verbracht hat, habe ich nicht nur einmal gedacht: "Ach komm, die wenige Zeit, die Du heute noch mit Deinem Kind verbringen kannst, ist wichtiger, als 0,5 cm weniger Bauchumfang". Und so bin ich nicht ins Fitnessstudio gefahren und habe wieder einmal NICHTS für mich gemacht. Das war dann auch okay. Ich habe es vielleicht noch ein par Minuten bereut, nicht gegangen zu sein - hauptsächlich aber weil mein innerer Schweinehund sich so laut ins Fäustchen gelacht hat - aber es war okay. An dem Tag und auch an den weitern 364, die so gelaufen sind.

Aber dann kam der Tag, die eine Sekunde an dem ich mir gesagt habe: ANNA! Mach was! Du kannst das! Du kannst Mama sein und trotzdem noch eigene Bedürfnisse haben.

Deswegen bist Du noch lange nicht selbstsüchtig oder liebst dein Kind weniger. Im Gegenteil. Wenn Du zufrieden und ausgeglichen bist, ist es auch Dein Kind. Ganz nach dem Motto: happy life - happy wife. Nur eben mit Mum.

Und da habe ich beschlossen, dass es Zeit wird. Zeit einmal in sich zu gehen und zu überlegen, WAS ich denn gerne für mich machen würde. Was mir Spaß macht und mich ein bisschen antreibt? Was meine Persönlichkeit zum Ausdruck bringt und was mich nicht nach wenigen Tagen langweilt oder überfordert.

1. Alternative: SPORT. Jaaaaaa, ich kleiner Extremling liebe Sport. Aber er weckt die Extreme in mir. Entweder ganz oder gar nicht. Bis zur völligen Erschöpfung oder lieber Couch. Im Sport habe ich nach einer Weile alles ZU verbissen und eng gesehen und war schnell an einem Punkt angelangt, der mich mehr frustriert als "befriedigt" hat.

2. Alternative: Malen - kann ich zu schlecht.

3. Alternative: Handarbeit - hab ich zu wenig Geduld.

Es sollte etwas sein, was ich auch irgendwie gut kann. Und da kam die Idee: ich kann reden. Ich kann schreiben. Ich weiß mich auszudrücken und habe schon mit 10 Jahren mein erstes "Buch" geschrieben. Warum also nicht einen Blog verfassen? Einen Blog darüber, wie sich Dein Leben verändert hat durch dieses wundervolle und fürchterlich sture Wesen, namens Kind. Wie sich Deine Bedürfnisse, deine Werte, deine Ziele und deine Ideale geändert haben. Darüber, wer du warst. Und wer du heute bist: Absolut Anna.

#Pflanzen #wachsen #Selbstwahrnehmung